Verkaufswelten.Innenarchitektur im Handel
EHI Retail Design Konferenz - der Ausblick auf neue Trends!

 Vor kurzem nahm ich an der EHI Retail Design Konferenz in Köln teil.
Was sich durch alle Beiträge der sehr unterschiedlichen Referenten zog, war die Erkenntnis und Bereitschaft des Handels, die Einrichtung zu verbessern.

Bildete den furiosen Auftakt der Veranstaltung:
Nils Müller, TrendONE
Copyright EHI Retail Institute

Interessant waren die Informationen aus den Reihen der Retailer, die
definierten, welche Anforderungen in den kommenden Jahren zu
bewältigen sind:
- unerlässlich wird die permanente Beobachtung des Marktes sein,
um zu wissen, was der Kunde wünscht und welche Bedürfnisse er
mit seinem Konsum befriedigen möchte
- die Bedeutung der Informationstechnologie gerade für den stationären
Handel! Mehr als 16% des gesamten Umsatzes werden heute online
erwirtschaftet - Tendenz steigend. Da können die Shop-Konzepte nicht
mehr ohne Berücksichtigung des virtuellen Auftritts geplant werden.
Jeder kennt natürlich auch selbst die manchmal sehr ernüchternden
Beispiele, wo man nach dem Besuch der gut gestalteten website auf
gestalterisches Nirwana im real life trifft. (was z.B. in der Hotel-Branche,
aber auch in anderen Branchen, doch öfters anzutreffen ist - da fühlt man
sich als Kunde manchmal doch - mit Verlaub „beschissen“)
- ein weiterer sozialer Trend, der auf dem Kongress unter die Lupe
genommen wurde, ist die Individualisierung der Gesellschaft, die sich in
der Zukunft weiter fortsetzen wird. Was beutet dies für den Handel? Produkte
sollen und werden mit emotionaler Aufwertung inszeniert, Eigenmarken mit
Persönlichkeit positioniert und Sortimente mit Botschaften versehen.
Ausgeklügelte Beleuchtungskonzepte und die Strukturierung des Raumes
dienen dazu, ein angenehmes und stimmiges Gefühl bei den jeweiligen
„Individuen“ sprich Kunden auszulösen.
- auch der Wunsch einer zunehmenden Käuferschicht, ökologisch und ethisch
korrekt zu konsumieren, ist ein individuelles Thema, welches vom Handel mit
einem entsprechenden Produktangebot aufgegriffen wird, um eine zunehmend lukrative Nische zu besetzen. Endlich! möchte man rufen, nicht zur lukrativen
Nische, aber zum nachhaltigen Wirtschaften und Bauen. Wie lange hat
dieses Thema gebraucht , um den Handel zu erreichen?!
 

Podiumsdiskussion "Grüner Ladenbau": Mike Winkler (Alnatura),
Claus Schmidt (Assmann), Claudia Horbert, Carsten Schemberg
(Schemberg), Architekt Prof. Moths und Harald Fischer (Rewe)
wagten einen Ausblick

Copyright EHI Retail Institute

- Ein weiterer sehr wichtiger Trend lautet Umbau statt Neueröffnung! Der
Bestand soll nachhaltig (ein Wort an dem ich einfach nicht vorbeikomme)
gesichert werden. Noch dazu, wo in immer kürzer werdenden Zyklen umgebaut,
sich und die Marke erneuert und relauncht wird.

Das Wichtigste Thema allerdings steht völlig unabhängig von der jeweiligen
Zielgruppe oder Altersschicht: das Bedürfnis ein Wohlfühl-Ambiente
vorzufinden. Sich treiben lassen, mal dort, mal hier schauen..verweilen…
Um dieses zu erreichen sind gekonnte Zonierung, Laufführung, excellente
Lichtkonzepte, entsprechende Farb-und Materialwahl unbedingt erforderlich.
Sie sehen – auch und gerade wir Innenarchitekten sind permanent gefordert…

 

 

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